Buddhismus

Der Buddhismus ist eine religiöse Lehrtradition, die sich ungefähr im 5. Jahrhundert v. Chr. auf dem indischen Subkontinent entwickelt hat. Der Überlieferung nach enstand sie aus den Erkenntnissen des Siddharta Gautama, der sich selbst später als "Buddha", den Erleuchteten, bezeichnete. Dies führte er zurück auf einen Moment des "Erwachens", den er mit 35 Jahren durch fortgeschrittene Meditation und Askese erreicht zu haben glaubte und auf den er später seine Lehren gründete.Die erlangten Erkenntnisse formulierte Buddha zu einer religiösen Philosophie aus und schaffte es schnell, eine erkleckliche Zahl von Schülern für seine Ideen zu begeistern. Er gründete schließlich eine buddhistische Gemeinde, mit deren Hilfe er die Lehre des Buddhismus weiter verbreitete.Grundsätzlich wendet sich der Buddhismus ab von bestehenden monotheistischen Weltreligionen und versteht sich selbst eher als Philosophie und Denktradition. Auch Buddha berief sich nicht auf göttliche Inspirationen, sondern vielmehr auf die eigenen meditativen Bemühungen, welche vorrangig darauf abzielen sollten, den eigenen Geist und die Natur der Dinge verstehen zu lernen. Dharma, die buddhistische Lehre, sollte das Ergebnis und auch die Methode der eigenen Suche nach Erkenntnis sein. Der Mensch sollte also bestrebt sein, sich selbst, seinen Körper und vor allem seinen Geist beständig weiter zu entwickeln und sich nicht auf feststehenden Wahrheiten auszuruhen. Reflexion und Verantwortungsbewusstsein gegenüber sich selbst und der Natur müssen im Gegenzug das Streben der menschlichen Erkenntnisgewinnung leiten. Skepsis und Vernunft, nicht blinder Glaube und der Gehorsam gegenüber Autoritäten sind also die Tugenden und Leitbegriffe der buddhistischen Lehre.Nachdem Buddha mit achzig Jahren verstorben war, verbreitete sich seine Lehre ausgehend von seiner nordindischen Heimat zunächst in ganz Indien. Später lehrte man den Buddhismus weit darüber hinaus auf dem gesamten asiatischen Kontinent und schließlich auch in Teilen von Griechenland und Ägypten. Im 20. Jahrhundert erwachte zudem das Interesse der westlichen Industrienationen. Der Buddhismus wurde zur Alternative für sinnentleerte Lebensentwürfe und zum neuen Lebenskonzept für eine naturentfremdete Welt auf der Suche nach ihren Wurzeln.